Erben/Schenken

Nur in seltenen Fällen ist es gleichgültig, wenn man dem Gang der Dinge seinen Lauf lässt und sich darauf verlässt, dass auf der Grundlage des geltenden Rechts im Fall der Fälle eine gerechte Nachlassverteilung gewährleistet ist. Auch beim Schenken soll man bedenken, dass die Dankbarkeit des Bedachten enden wollend und es dann zu spät sein kann Irrtümer und/oder Benachteiligungen auszugleichen.

 

Folgende häufige Fehler können im Zusammenhang mit derartigen Verfügungen, insbesondere die Erbfolge betreffend, beispielsweise aufgezeigt werden:

 

  1. Die Formvorschriften werden nicht beachtet, womit die Verfügung ungültig ist. Eine Anordnung kann aus dem Blickwinkel des verfügenden Laien vollkommen klar sein, bei Betrachtung durch Außenstehende hingegen Zweifel über den wahren Willen aufkommen lassen.
  2. Auch wenn man von seiner gesunden Natur überzeugt ist, birgt das Zuwarten mit einer Verfügung die Gefahr, dass durch eine plötzliche, unerwartete Krankheit oder einen Unfall die Testierfähigkeit wegfällt und man somit seiner Gestaltungsmöglichkeiten beraubt ist.
  3. Den gewöhnlichen Gang voraussetzend, werden atypische Abläufe außer Betracht gelassen. Was ist die Konsequenz, wenn der bedachte Erbe vor dem Erblasser verstirbt oder er das Erbe nicht antreten will? Das beschenkte Kind verändert aufgrund negativer Einflüsse dritter Personen sein Wesen.
  4. Durch den Verzicht auf die Hinterlegung und die Registrierung (z.B. im Testamentsregister der österreichischen Rechtsanwälte) geht die Verfügung verloren oder sie wird von einem Hinterbliebenen entfernt, der sich dadurch Vorteile erhofft.
  5. Um ja niemanden zu verletzen wird der Besitz letztwillig gleichmäßig ohne besondere Teilungsanordnung oder Vermächtnisse aufgeteilt oder mehrere Erben treten die Nachfolge im gesetzlich vorgesehenen Verhältnis an. Dadurch entstehen Erbengemeinschaften, die ein besonderes Streitpotenzial in sich bergen. Sie führen nicht selten dazu, dass z.B. die Verwaltung einer hinterlassenen Liegenschaft wegen der widerstreitenden Interessen unmöglich wird.
  6. Kraft Gesetzes in Geld zu erfüllende Pflichtteilsansprüche oder sogenannte Ansprüche auf den Schenkungspflichtteil werden nicht bedacht. Befindet sich im Nachlass nicht ausreichendes liquides Vermögen, können die Erben finanziell unter Druck geraten und beispielsweise gezwungen sein, eine hinterlassene Liegenschaft zur Erfüllung solcher Forderungen zu verkaufen oder zu belasten.
  7. Weit verbreitet ist auch die irrige Ansicht, dass heterosexuelle Lebenspartner ein gegenseitiges gesetzliches Erbrecht haben.